Der gesetzliche Mindestlohn steigt wieder. Wie hoch, wann und warum entscheidet nicht der Bundestag direkt — sondern eine Kommission aus Arbeitgebern und Gewerkschaften.

Die Fakten

  • Aktuell: 12,82 €/Stunde (seit 2025).
  • Nächste Stufen laut Beschluss der Kommission.
  • Rund 6 Mio. Beschäftigte profitieren direkt.

Einordnung

Für dich als Azubi/Schülerjobber gilt der Mindestlohn auch — jeder Arbeitsvertrag muss mindestens so viel zahlen. Ausnahmen (z. B. Praktikum im Studium) sind eng begrenzt.

Szene zum Artikel: Mindestlohn: 13,90 oder 14 Euro?

Wer entscheidet über den Mindestlohn?

Nicht der Bundestag. Der gesetzliche Mindestlohn wird von einer unabhängigen Kommission festgelegt: drei Vertreter der Arbeitgeber, drei der Arbeitnehmer, ein Vorsitzender und wirtschaftswissenschaftliche Berater. Alle zwei Jahre empfiehlt sie eine Anpassung, der Bundestag setzt sie faktisch um. Das System soll verhindern, dass Mindestlöhne zum Wahlkampfinstrument werden.

Aktuell liegt der Mindestlohn bei 12,82 Euro pro Stunde (seit 2025). Die Kommission hat die nächsten Stufen beschlossen: gestaffelte Erhöhungen Richtung 13,90 Euro und weiter bis 14 Euro. Rund 6 Millionen Beschäftigte profitieren direkt — vor allem in Pflege, Gastronomie, Logistik und Reinigung.

Was die Erhöhung bewirkt

Für Befürworter ist der Mindestlohn das wirksamste Armutsinstrument überhaupt: Mehr Einkommen für Geringverdiener, weniger Aufstocker beim Jobcenter, mehr Kaufkraft in den Regionen. Studien zu früheren Anhebungen zeigen: Die befürchtete Massenarbeitslosigkeit blieb aus. Der Mindestlohn hat sich etabliert — parteiübergreifend will ihn heute niemand mehr abschaffen.

Kritiker verweisen auf die grauen Zonen: Kleinbetriebe könnten Jobs streichen oder Preise erhöhen, Minijobs könnten in Schwarzarbeit ausweichen. Und in Branchen mit schwachen Gewerkschaften wird der Mindestlohn teilweise schlicht nicht gezahlt — die Kontrolle ist ein Dauerproblem. Der Netto-Effekt für Beschäftigte fällt deshalb je nach Branche unterschiedlich aus.

„Der Mindestlohn ist der einzige Lohn, den jeder Arbeitgeber kennen muss — deshalb ist er auch der am stärksten umkämpfte.“Sinngemäße Beobachtung aus der Arbeitsmarktforschung

13,90 oder 14 — worum geht es wirklich?

Der Streit um die letzte Nachkommastelle klingt technisch, ist aber politisch: Bei 6 Millionen Beschäftigten bedeutet jede Cent-Stufe Milliardenumverteilung pro Jahr. Arbeitgeberverbände warnen vor Preiserhöhungen, Gewerkschaften verweisen auf die reale Inflation der letzten Jahre, die die Kaufkraft gefressen hat.

Für dich heißt das: Wenn du jobbst oder bald jobbst, gilt für dich die Mindeststunde — ohne Ausnahme, auch beim Aushilfsjob im Café. Und wenn dich interessiert, wie Lohnpolitik funktioniert: Die Protokolle der Mindestlohnkommission sind öffentlich. Dort kannst du nachlesen, wer welches Argument gebracht hat — und wie die Entscheidung gefallen ist.

Höherer Mindestlohn

Mehr Einkommen für Geringverdiener, weniger Aufstocker beim Staat.

Wirtschafts-Sorge

Kleine Betriebe könnten Jobs streichen oder Preise erhöhen — Resultat umstritten.

Elemente zum Thema: Mindestlohn: 13,90 oder 14 Euro?

Quellen

    MindestlohnArbeitWirtschaft