Seit dem 1. Januar 2026 gilt das neue Wehrdienstgesetz: Fragebogen für alle 18-Jährigen, freiwilliger Dienst mit über 2.000 Euro Sold — und ein Losverfahren als Plan B, falls die Freiwilligen fehlen. Die wichtigsten Fakten.

Was seit dem 1. Januar 2026 gilt
Seit dem 1. Januar 2026 gilt das neue Wehrdienstgesetz — und es unterscheidet sich grundlegend von der alten Wehrpflicht, die 2011 ausgesetzt wurde. Der Kern: Alle 18-Jährigen filled einen Fragebogen aus. Darin geben sie an, ob sie sich eine militärische Laufbahn vorstellen können, und liefern Daten zur körperlichen Eignung. Ausfüllen ist Pflicht — dienen nicht.
Die Bundeswehr rekrutiert freiwillig: Der neue Wehrdienst dauert mindestens sechs Monate und wird gut bezahlt — der Sold liegt über 2.000 Euro im Monat, dazu kommen freie Unterkunft und Verpflegung. Wer nach den sechs Monaten weitermacht, kann zum Zeit- oder Berufssoldaten werden. Das Ziel der Bundesregierung: bis zum Ende des Jahrzehnts 80.000 zusätzliche Dienstende für die Reserve.
Das Losverfahren als Plan B
Der Knackpunkt: Was passiert, wenn zu wenige freiwillig? Das Gesetz hält einen Notanker bereit — ein Losverfahren unter den getesteten Jahrgängen. Zuerst aber soll ein Beratungsgespräch bei der Bundeswehr stattfinden. Erst wer dort feststellt, dass er tauglich ist und die Beratung ergebnislos bleibt, kann ins Los kommen. Die Losentscheidung ist im Gesetz als letztes Mittel angelegt — sie tritt nur in Kraft, wenn der Bundestag sie aktiv aktiviert.
Verfassungsrechtler streiten bis heute darüber, ob dieses Modell mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Artikel 12a erlaubt Wehrpflicht — aber ein Los unter Gleichqualifizierten ist neu. Die Bundesregierung verweist auf die lange Freiwilligkeits-Kaskade davor. Kritiker halten das für Augenwischerei: Der Druck sitze am Ende des Prozesses.
„Fragebogen an alle, Gespräch mit allen, Los für die Lücke — der Staat hat sich drei Eskalationsstufen gebaut.“Zusammenfassung des Gesetzesaufbaus
Und die Alternative?
Parallel zum militärischen Dienst wird der freiwillige Wehrdienst im sozialen Bereich ausgebaut: Wer nicht zur Bundeswehr will, kann sich für einen Dienst in Pflege, Rettungswesen oder Katastrophenschutz verpflichten — mit ähnlichen Konditionen. Beide Wege werden als gleichwertige Beiträge zur Landesverteidigung und Daseinsvorsorge dargestellt.
Für dich heißt das konkret: Der Fragebogen kommt mit 18 — unausweichlich. Alles danach ist deine Entscheidung, bis der Bundestag etwas anderes beschließt. Der Bundestag hat sich das Recht ausdrücklich vorbehalten, das Losverfahren später zu aktivieren — jede Regierung muss dann erneut vor der Öffentlichkeit begründen, warum.

Quellen
- Deutscher Bundestag — Wehrdienstgesetz, 5.12.2025
- bmvg.de — Neuer Wehrdienst
- tagesschau.de — Gesetz-Entwurf & Ziele
- deutschlandfunk.de — Kriegsdienstverweigerungen 2025

